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Warum der FÖV eigenständig ist


von Zeit zu Zeit taucht immer wieder eine Idee auf, die lebhaft diskutiert wird, aber im Kontext der Satzung und Historie eigentlich überflüssig ist.


Es ist die Idee, den Förderverein mit dem Schulverein zusammenzulegen.

Ursprünglich gab es nur den Förderverein für Waldorfpädagogik in Neumünster.

Der Förderverein wurde seinerzeit von Eltern gegründet, die sich ein eigenes Waldorfangebot in der Region aufbauen wollten. Rendsburg und Kiel und im Süden Kaltenkirchen, waren zu weit weg und die Altindustriestadt Neumünster bot genügend Potential für Kindergärten und Schule.


Nun haben die Gründer seinerzeit jeweils und aus dem Förderverein heraus einen eigenständigen Schulverein und eigenständige Kindergartenvereine gegründet.

Ein Grund waren damalige Auflagen im Zusammenhang mit den Investitionen seitens des Landes und Banken, die bis heute teils weiter gelten. Ein anderer Grund lag darin, daß eben aus dem Förderverein heraus Initiativen sich entwickeln und dann ins Leben überführt werden konnten.

Beispiel sind die erste Waldorfschule, später der Umzug in die Neubauten im Roschdohler Weg, die dann eine Elternschule als Zweitnutzung der Schulgebäude von Anfang an miteingeplant hatte. Ein Zeugnis dieser Idee ist die Imkerei Kooperative Lehmann, in der die Schulimkerei Kooperationspartner ist, oder auch die Anfänge der offenen Ganztagsschule, den Musikinstrumente Fundus, die lange Zeit über den Förderverein finanziert wurde.


Der Förderverein ist eine Art Keimzelle für neue Waldorf-Ideen und Initiativen in Neumünster gewesen und wird bis heute in diesem Geiste weitergeführt.


Heute stellt sich heraus - gerade mit den Erfahrungen aus 2017 zwischen Schulverein und Förderverein - wie gesund es ist, daß der Förderverein von allen anderen Vereinen (Schule, Kindergärten) ebenfalls eigenständig handelt und geführt wird.

Es besteht somit, was die Gebäude von Schule und Kindergarten Einfeld angeht, ein Vermögensschutzprinzip durch diese Gliederung zwischen Betriebsvereinen (Schule und Kindergärten) und Grund, Boden und Gebäudeverein (FÖV).


Indem die Gebäude im Förderverein betreut werden, entsteht innerhalb des Schul- oder Kindergartenlebens kein Interessenskonflikt zwischen Instandhaltung, Gebäude und Gehaltserhöhungen, wenn die Grundregeln der Schul- und Kindergartenfinanzierung richtig gehandhabt werden.


Ein indexbasierter Mietvertrag sorgt dafür, dass die Gebäude kontinuierlich instandgehalten und gewartet werden können und die kontinuierlichen Preissteigerungen bei Energie und Handwerk nicht dazu führen, daß diese wichtigen Aufgaben verzögert werden. Daneben wird mit der Miete der Kapitaldienst für die Kredite und Darlehen der errichteten Gebäude geleistet.

Meist ist es aus dem Schul- oder Kindergartenhaushalt nicht möglich, neue Bauprojekte im Alltag umzusetzen, da oft das Wissen, Geld und die zeitlichen Ressourcen fehlen. Auch hier hat der Förderverein mit seinem aus der Elternschaft und mit Fachleuten besetzen Vorstand eine tragende Aufgabe.

Wie finanziert sich z.B. eine Waldorfschule?

Die Waldorfschulen erhalten vom Land nur rund 82% der Ausgaben für die Lehrergehälter als Zuschüsse. Das sind keine 100% der Lehrergehälter. Wie wird diese Lücke ausgeglichen? In der Regel liegen die Gehälter des Kollegiums an einer Waldorfschule um genau diese Differenz tiefer als in den Kollegien nach TVöD in öffentlichen Schulen. Eine gesellschaftliche Ungerechtigkeit, die bis heute keinen Ausgleich gefunden hat, denn jeder Schüler hat ein Recht auf Schule und kostet überall das gleiche Geld- und so ist es auch mit den Lehrern - auch sie sollten überall von der Gesellschaft gleich bezahlt werden.

Daneben gibt es Ausgaben für Miete der Gebäude, Energiekosten, Kleinstunterhalt, Öffentlichkeitsarbeit, Hausmeisterei und Reinigung, Verwaltung und Geschäftsführung. In einer öffentlichen Schule werden diese Kosten durch den Kreis (Verwaltung) und die Stadt (Gebäude) refinanziert.

In der Waldorfschule werden für den Ausgleich dieser Ausgaben Elternbeiträge erhoben. Diese Beiträge werden oft als Zahlung für eine Bildungsdienstleistung missverstanden, die sie nicht sind. Mit diesen Beiträgen wird ermöglicht, daß Gebäude und eine Infrastruktur nach eigenen Vorstellungen errichtet und betrieben werden können.

Die öffentliche Hand leistet immerhin bei den Einkommen des Kollegiums einen Teuerungsausgleich, der in die Zuschüsse eingepreist wird.

Den Teuerungsausgleich bei den weiteren oben beschriebenen Ausgaben kann nur durch Erhöhung der Elternbeiträge erfolgen- oder wie es der Gründer der Waldorfschulbewegung ursprünglich vorgesehen hatte, durch freie Überschüsse aus dem Wirtschaftsleben. Frei nach dem Grundsatz: die Waldorfschule (Geistesleben) sei eigentlich der Komposthaufen des Wirtschaftslebens, damit dort Humus entstehen und mit dem Vieles fruchtbar gemacht werden kann. Letztere Aufgabe zu realisieren ist an Waldorfschulen nur in geringem Umfang aufgegriffen worden-bis heute.


Hier könnte für den Förderverein eine Zukunftsaufgabe liegen, indem das Verständnis für diesen fruchtbaren Vorgang wieder erweckt wird und nach sinnvollen Wegen für eine Zusatzfinanzierung für alle Einrichtungen des Geisteslebens (Kindergärten, Schule, und weitere Initiativen) gesucht und umgesetzt wird- denn vieles an Potential im Wirtschaftsleben, welches die Mitarbeitenden dort einbringen, entstammt ja oft aus den Grundlagenarbeiten der Einrichtungen (Universität, Schule, Kita) dieser Art.

Vielleicht wird so deutlich, daß die Formel Schule=FÖV nicht hilfreich ist, denn der FÖV ist als "Geburtshelfer" aller anderen Waldorfeinrichtungen in Neumünster tätig gewesen und will es bis heute sein und bleiben.

Durch das Vermögensschutzprinzip ist der FÖV Hüter und Helfer zu gleich - für die bestehenden sowie für zukünftige Waldorf Initiativen in Neumünster.

/bk




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